Perfekte Kanten streichen

Es ist mal wieder an der Zeit, dass ich euch über mein Atelier update. Doch statt eines Wochenberichts gibt es heute einen kleinen Renoviertrick, den ich zum ersten Mal ausprobiert habe und der mich umgehauen hat. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich manche Bereiche rasend schnell weiterentwickeln, wie z.B. die Computertechnik, während sich in anderen Bereichen seit Jahrzehnten nicht ändert, wie z.B. in der Malerkreppband-Forschung. Liebe Malerkreppband-Forscher, bitte erfindet doch mal ein Produkt, das wirklich zuverlässig auf Raufasertapete funktioniert. Bitte, Bitte mit Sahne oben drauf! Ja, Ich kenne die neuesten Kreppband-Modelle und sie sind auch schon etwas besser als die 80er Variante aber genauso wie ein bisschen schwanger völlig und total schwanger heißt, bedeutet ein bisschen Farbe unterm Kreppband immer noch die Kante neu streichen.

Zurück zu meinem Trick, der mir übrigens auch von einem gelernten Maler empfohlen wurde und mit dem man absolut perfekte Kanten und Streifen streichen kann. Da ich seit ich 16 Jahre alt war meine Wände immer nur Weiß gestrichen habe, habe ich mir für meine Malaktion die Farbprofis von Kolorat an die Seite geholt. Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt wie ein 60er-Jahre Werbetexter klinge, muss ich erneut sagen, wie großartig ich immer wieder die Kooperation mit Kolorat finde. Obwohl ich noch gar nicht wusste, welche Farben ich will, wusste ich auf jeden Fall, dass ich sie SOFORT brauche. Monja von Kolorat stand mir die ganze Zeit geduldig zur Seite während ich tapsig meine ersten unbeholfenen Schritte in die komplizierte Welt der Farbpaletten gewagt habe und in der Sekunde, in der ich meine Farbwahl getroffen habe, war die Farbe schon gemischt und auf dem Weg zu mir. Abgesehen von dem guten Service-Faktor und dem sympathischen Auftritt von Kolorat, sind die Produkte selbst übrigens auch super. Besonders die weiße Farbe hatte eine extrem gute Konsistenz. Meine Streich-Helferin und ich haben zunächst natürlich brav alles mit Planen vor dem Streichen abgedeckt aber die Farbe hat buchstäblich null getropft. Hinterher war kein einziger Farbfleck auf der Plane! So, jetzt aber genug geschwärmt und zurück zur Arbeit.

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Also, mein supertoller Malertrick funktioniert für jede Form von Kanten oder Streifen, also immer wenn zwei Farben nebeneinander einen perfekten Abschluss haben sollen.

1) Für meine Streifenwand habe ich zunächst die ganze Wand Weiß gestrichen, da dies meine erste Streifenfarbe werden sollte.

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2) Als nächstes habe ich mit Malerkreppband die Flächen für die Mintfarbenen Streifen (12 Zentimeter breit) abgeklebt.

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3) Ganz wichtig, jetzt kommt der Trick: Bevor ich nun mit der zweiten Farbe begonnen habe, habe ich mir noch einmal das Weiß geschnappt und die Innenkanten der abgeklebten Streifen, als das was hinterher Grün werden sollte, erneut ganz dick mit Weiß überstrichen. Überall wo also Farbe unter das Kreppband laufen konnte, ist weiße Farbe hinuntergelaufen und hat so alle Unebenheiten im Klebestreifen versiegelt. Als die weiße Farbe getrocknet war, habe ich die Streifen nun komplett mit Grün ausgefüllt. Am besten löst Ihr das Kreppband, wenn die Farbe noch nicht völlig trocken ist und als Ergebnis habt Ihr nun wunderbar saubere Kanten!

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Ich bin ja eh schon recht begeisterungsfähig aber in diese Wand bin ich völlig verliebt! Manchmal sitze ich einfach nur auf dem Sofa und starre schmachtend die Streifenwand an. Ich würde sagen mein Wiedereinstieg in die Welt der Wandfarben war ein voller Erfolg.

(Ich danke Kolorat für die tolle Zusammenarbeit)

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch


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  1. Sarah

    29 April

    Tolle Tutorial und die Wand ist super geworden 🙂

  2. Schneckchen

    7 Mai

    Ich habe den ganzen Prozess live und In Farbe *ähü-ähü* verfolgen können, die Wand sieht ganz toll aus und es ist einfach ein spitzen Trick, wie Zauberei 😀
    Ich glaube im übrigen jede*r der/die schon einmal Raufaser gestrichen hat und den nicht kannte schlägt sich beim Lesen mit der flachen Hand gegen die Stirn und fragt sich, wieso man nicht selbst darauf gekommen ist – so ging es mir als ich das zum ersten Mal gesehen hab. Die naheliegensten Ideen sind halt immer die besten…
    Wer braucht schon die Kreppband-Forscher, sie hatten Jahrzehnte lang Zeit – nehmen wir die Sache selbst in die Hand! Also die Maler jetzt. Und die zeigen uns dann wie man es in die Hand nimmt. Ok, ok! Das war wieder nix mit der Unabhängigkeit *seufz*…

    • Danke, liebe Schnecke! Na ja, es heißt ja auch Do it yourself und nicht Invent it yourself 😉 Hauptsache selbermachen, das gilt auf jeden Fall! Ich versteh eh nicht, warum wir uns noch alle mit Raufaser herumschlagen müssen! Kann das bitte mal jemand abschaffen!

  3. Liebe Ronja,
    deine Wand sieht definitiv toll aus!!
    Und den Trick kannte ich tatsächlich noch nicht, danke dafür 😀
    Übrigens: WOW! Ein eigenes Atelier, das ist ja wirklich ein TRAUM!!!
    Liebste Grüße
    Lea

    • Liebsten Dank, Lea :-)Ja, das Atelier ist der absolute Traum! Jedesmal wenn ich morgens die Tür aufschließe, muss ich mich kneifen, dass das jetzt wirklich mir gehört 🙂 Ich kann auch sagen, dass das ein absoluter Motivations-Booster ist und es ist so großartig, dass ich meine Handwerksarbeiten jetzt auch mal über nacht liegen lassen kann. Für jeden Kunsthandwerker und Blogger, der das auch nur ansatzweise finanziell stemmen kann, kann ich das echt nur empfehlen!

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