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Kunst mit Solar-Fotopapier

Kunst mit Solar-Fotopapier

Seit Dezember liegen bei mir zwei Packungen mit Solar-Fotopapier herum aber bisher hatte ich der Hamburger Sonne nicht zugetraut, schon genug Kraft zum Beleuchten zu haben. Solar-Fotopapier braucht man für die Cyanotypie und das funktioniert so: Ein Gegenstand oder ein Negativ werden auf ein Blatt Solar- Fotopapier gelegt, nehmen ein kurzes Sonnenbad und werden in einer Schüssel Wasser entwickelt und gleichzeitig fixiert, ohne dass man ein extra Mittel hinzufügen muss.

Material-web

Ich hab zunächst das kleinere Fotopapier in Größe DIN 5 benutzt und aus dem Internet eine kostenlose Schablone für ein Zebra ausgedruckt.

Zebra-1

Da ich nicht wusste, wie das Sonnenlicht das Fotopapier belichten wird, habe ich die Schablone für beide Varianten zugeschnitten: Das Zebra im Positiv und im Negativ. Laut Anleitung soll man den Gegenstand auf dem Fotopapier mit Frischhaltefolie bedecken und mit Stecknadeln sichern. Da mir klar war, dass die Frischehaltefolie die vielen kleinen Schnipsel von meiner rechten Variante verschieben würde, habe ich die Schnipsel kurzerhand auf die Frischehaltefolie geklebt.

Zebra-2

Als nächstes habe ich beide Schablonen je auf einem Bogen Fotopapier befestigt und dann gewartet. Nach den angegebenen 7 Minuten Wartezeit war bei mir noch keine Veränderung zu sehen. Tatsächlich sind die hellen Stellen auch nach drei Stunden nicht weiß geworden, wie ich erwartet hatte. Hamburger Sonne im März ergibt also nur Hellblau, was ich aber auch hübsch finde.

beide-Zebras

Nach dem Belichten habe ich das Fotopapier zwei Minuten in Wasser gelegt und dann trocknen lassen. Zu meiner Überraschung gab es einen doppelten Farbwechsel, so dass die hellen Stellen am Ende wieder hell waren und die dunklen Stellen wieder dunkel. Ich finde das linke Zebra sehr schön aber bei dem rechten Zebra habe ich die Schnipsel nicht exakt genug gelegt und jetzt sieht das Zebra aus, als ob seine Zebramutter eine wilde Nacht mit einem Wildschwein verbracht hätte.

Pfau-web

Da die kleinsten Feinheiten bei den Zebras verloren gegangen sind, habe ich noch einen weiteren Versuch gestartet. Da eine Freundin von mir völlig von Pfauen besessen ist, habe ich eine Schablone für einen Pfau zugeschnitten. Diesmal habe ich die Schablone mit einem Kleber selbstklebend gemacht. Das hat auch tatsächlich insofern geklappt, dass alle Details erhalten geblieben sind, da kein Licht unter die Schablone dringen konnte. Leider war der Kleber aber zu stark und das Fotopapier zu empfindlich und so sind kleine Stellen von Fotopapier beim Ablösen der Schablone abgerissen. Ich hoffe aber, dass Ihr der Pfau trotzdem gefällt.

 

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch


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