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DIY Trend 2016: vegan leather

DIY Trend 2016: vegan leather

Als erstes möchte ich sagen, dass ich in meinem ganzen Leben noch keinen Trend vorherbestimmt habe. Obwohl es ab und zu passiert, dass ich mich von einem Trend anstecken lasse, versuche ich in der Regel einfach meinem eigenen Stil treu zu sein. Aus linguistischer Faulheit habe ich aber beschlossen meine Ambivalenz zu Modeerscheinungen zu ignorieren und mich euch heute als DIY-Guru zu präsentieren*.

* Geld- und Sachspenden könnt Ihr gerne an „den Tempel des glorreichen Hammers“ schicken und alle neuen Tempeljünger bekommen bei der Erstregistrierung einen pinken Nahtauftrenner als Willkommensgeschenk.

Vor kurzem durfte ich für das Online-Magazin von Snaply ein DIY-Projekt entwerfen und da ich total neugierig auf das Material war, habe ich beschlossen mal SnapPap auszuprobieren. SnapPap ist ein waschbares Papier in Lederoptik, das sich auch veganes Leder** nennt. Es gibt auch andere Materialien mit dieser Bezeichnung aber mit denen habe ich noch nicht gearbeitet und deswegen kann ich euch heute nur von SnapPap berichten. Ich werde übrigens nicht von Snaply für diesen Bericht bezahlt. Ich hab mich einfach gewundert, warum ich nicht schon mehr über SnapPap gelesen habe und ich kann mir wirklich vorstellen, dass dieses Material in der DIY-Szene ein neuer Liebling werden könnte. Ich meine, Papier, das man in der Waschmaschine waschen kann? Hallo!

** „Veganes Leder“ ist auch so eine Formulierung, die mich zusammenzucken lässt, wie „Chili con carne ohne Fleisch“. Aber ich gebe zu, dass der Name seine Funktion erfüllt. Man weiß trotzdem sofort, was mit „veganen Leder“ gemeint ist.

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Das besondere an SnapPap ist, dass es aus einer Papier-Kunststoff-Mischung besteht (Zellulose und Latex). Das Material enthält kein Pentachlorphenol, PVC oder BPA, ist weder umwelt- noch gesundheitsschädlich und ist völlig vegan.

Bei der Frage, was man mit SnapPap machen kann, ist es leichter zu beantworten, was man nicht damit machen kann. SnapPap lässt sich vernähen, plotten, (be)kleben, mit Farbe oder Flexfolie bedrucken, bemalen, bestempeln, prägen, färben oder mit Flock bebügeln. SnapPap ist reißfest*** und die Oberfläche lässt sich abwischen.

*** Zumindest wenn man nur schwache Ärmchen wie ich hat. Keine Ahnung, wie ein Bodybuilder bei diesem Test abschneiden würde.

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Dies ist mein absoluter Lieblingsteil: Wenn man SnapPap in der Waschmaschine mit normalen Waschmittel wäscht, erhält es eine charakteristische Lederoptik (siehe Bild links. Rechts ist SnapPap vor dem Waschen). Diese Optik lässt sich noch verstärken, wenn man das Material feucht zerknüllt. Vor dem Waschen ist SnapPap so steif wie dicke Pappe aber sobald es nass ist, fühlt es sich an wie ganz weiches Leder. Das Merkwürdige ist, dass das Material keine Feuchtigkeit abgibt, wenn es nass ist. Man kann also SnapPap ganz leicht verarbeiten, wenn es in diesem Zustand ist, ohne zum Beispiel die Nähmaschine zu betropfen. Nach dem Trocknen wird es dann wieder komplett steif.

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Übrigens falls dir die Lederoptik nach dem Waschen doch nicht so gefällt, kannst du SnapPap auch einfach bügeln, wenn es feucht ist und dann wird es wieder so glatt wie vor dem Waschen. Und hier noch ein weiterer Bonus: Wenn du etwas mit SnapPap nähst, brauchst du die Kanten nicht versäubern! Davon könnten sich so einige Stoffe eine Scheibe von abschneiden. Ja, ich meine dich, Baumwollstoff!

Färben

Derzeit verkauft Snaply das vegane Leder in fünf Farben: weiß, hellgrau, hellbraun, dunkelbraun und schwarz aber SnapPap lässt sich auch auf unterschiedliche Arten bedrucken und färben. Du kannst zum Beispiel Transferfolie benutzen, Stoffmalfarbe oder Textilfarbe.

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Wenn Ihr euch gerne mein DIY-Projekt für Snaply angucken wollt, findet Ihr es HIER im Snaply-Magazin. Dort findet Ihr auch noch ganz viele andere Ideen für SnapPap, falls Ihr euch noch unsicher seid, was man damit so machen kann. Wenn Ihr noch weitere Fragen habt, wie zum Beispiel, was für eine Nähmaschinennadel Ihr für SnapPap braucht, gibt es HIER ein umfangreiches FAQ zu diesem Material, das sehr hilfreich ist.

Falls Ihr SnapPap ausprobiert oder schon einmal damit gearbeitet habt, würde ich mich sehr freuen, eure Meinung dazu zu hören!

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch


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  1. Mona

    4 Februar

    Eine wirklich tolle Idee die ich unbedingt ausprobieren muss! 🙂 Danke für die Inspiration!
    LG Mona

  2. Anonym

    4 Februar

    Hallo Ronja,
    das klingt wirklich erstaunlich und so wie es sich liest, könnte ich mir auch vorstellen, dass man in Zukunft öfter davon hören wird. Mich hast du jedenfalls auch neugierig gemacht.
    Schönste Grüße, Anne

  3. Gerne! Ich würde mich freuen, wenn du mir hier dann berichtest, wie du damit zurechtgekommen bist 🙂

  4. Liebe Anne,
    Mal schauen, vielleicht habe ich ja eine Zukunft als DIY-Guru 😉

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